Unter dem Motto „Menschen für gemeinsame Zivilcourage“ führen die Mitarbeiter/innen des ev. Kinder- und Jugendhauses Rottmannshof und die Evangelische Kirchengemeinde Wulfen, eine Jugendbegegnung in Israel durch.
Im Rahmen des Projektes sollen Jugendliche der Stadt Dorsten die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Jugendlichen aus der Partnerstadt Hod Hasharon in Israel (internationaler Austausch) die Thematik „Zivilcourage“ in jugendgemäßer Weise zu bearbeiten. Die Jugendlichen sollen sich zunächst in ihrem Heimatort mit dieser Thematik auseinandersetzen und darüber hinaus im Rahmen von partnerstädtischem Jugendaustausch die Gelegenheit erhalten, altersentsprechende Jugendliche der Partnerstadt Hod Hasharon zu besuchen. Gemeinsam soll vor Ort das Thema „Deeskalation und Zivilcourage“ bearbeitet werden.
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Inhaltliche Schwerpunkte sind:
- Gibt es Unterschiede von „Gewalt und Zivilcourage“ und deren Auswirkungen in den verschiedenen Ländern (Deutschland / Israel) insbesondere im Bereich der alltäglichen und ge-, bzw. erlebten Erfahrungen?
- Inwieweit spielt der Glaube eine Rolle?
- Wie schwierig ist die Durchsetzung von Zivilcourage im Allgemeinen und insbesondere als junger Mensch?
- Wo liegen kulturellen / nationale / religiöse Unterschiede, bzw. Parallelen?
Tatort Rottmannshof, 17. Juni 2010
Zum ersten Mal trafen sich die Jugendlichen aus der evangelischen Kirchengemeinde zum Deeskalationstraining. Die Jugendgruppe „Highways“ bereitet sonst die Jugendgottesdienst in der Gemeinde vor. Aber jetzt hieß es: Was ist Gewalt?
Nach einer kurzen Auflockerungsrunde mit der Übung „Ich fahre Zug, ich fahre mit und ich fahre schwarz“ ging es los.
Die Jugendlichen erhielten durch Deeskalationstrainer Keith Matschulla verschiedene Bilder und Aussagen. Die Aufgabe bestand darin, dass die Jugendlichen diese Bilder und Aussagen auf das Barometer legen sollten mit der Bitte: Wenn ihr auf dem Bild Gewalt seht, legt es auf 100%, wenn nicht, dann legt es auf O %.
Schnell ging die Diskussion unter den Jugendlichen los. Sie überlegten nicht nur: „Liegt mein Bild an der richtigen Stelle, sondern was macht der/die andere“.
In der zweiten Runde durften die Jugendlichen die Bilder und Aussagen der anderen umlegen. Man konnte richtig stauen, denn die Bilder und Aussagen würden nicht einfach mal so umgelegt, sondern es wurde an den Karten gezogen, bis einer der Jugendlichen voller Erstaunen sagte:
„Mensch, das ist doch Gewalt“ |
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Die Jugendliche erstarrten für einen kurzen Augenblick und dann ging es weiter. Die Diskussionen ging über tragen „von Kopftüchern bis hin zu Kreuze im Klassenzimmern.“ Auch das einfache Anfassen war nicht klar, ist dies eine Form von Gewalt oder nicht?
Nach knapp einer Stunde waren sich die Jugendlichen untereinander einig, das Gewaltbarometer lag.
Jetzt begann die Jugendlichen die eigentliche Aufgabe. Sie sollten für sich eine Gewaltdefinition erarbeiten. Schnell waren sie sich einig.
Und so lautet die Gewaltdefinition der Highways:
Gewalt ist für uns:
- Verbal z.B. Lästern, beschimpfen, Streit
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Alles unter Zwang |
- Körperlich z.B. Krieg, Prügelei
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- Psychische Gewalt, z.B. Mobbing
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Am nächsten Donnerstag geht es weiter, Jeder ist jetzt schon gespannt wie was gemacht wird. Für alle Jugendlichen stand aber am Ende der zwei Stunden fest: Es hat Spaß gemacht.
01.07.2010 - Empathie
Bereits zum dritten mal fanden sich Jugendliche unter dem Motto "Menschen für gemeinsame Zivilcourage"
im ev. Kinder- und Jugendhaus Rottmannshof ein um sich ein Stück weit mehr zu sensibilisieren, ein Stück weit mehr
Empathie für ihr Gegenüber zu entwickeln.
Auf der Tagesordnung des frühen Abends stand das Thema "Visualisierte Emotionen".
Die Gefühlslagen eines Menschen lassen sich oft bereits anhand seiner Gestik und Mimik erahnen, grade im Bereich der Deeskalation ist es von elementarer Bedeutung solche Signale bewusst wahrzunehmen um reagieren zu können und handlungsfähig zu bleiben.
Jedoch bevor dieses Vermögen geschult werden kann, müssen sich die Teilnehmer selber die Frage stellen "Kann ich die Mimik meines Gegenübers richtig deuten? Kann meine eigene Mimik gedeutet werden? Wie gebärde ich mich in mir ungewohnten Situationen und wie nimmt mein Gegenüber diese Signale bestehend aus Gestik und Mimik auf?"
Nach einer kurzen Wiederholung der Inhalte vom 24. Juni 2010 starteten die Jungen und Mädchen mit einem WarmUp mit dem Namen "Riese und Zwerg", bei dem zwei Teilnehmer sich in der Mitte eines von der Gruppe gebildeten Kreises positionieren mussten und von da an "der Zwerg den Riesen" vor den Bällen der Teilnehmer aus dem Kreis schützen musste. Nach dieser bewegten Anfangsrunde und einer kurzen Reflektionsphase wurden die Teilnehmer mit neun Fotos konfrontiert.
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Neun Fotos welche alle unterschiedliche emotionale Zustände visualisierten, Emotionen die es galt zuzuordnen.
Nach einer Diskussion in großer Runde, wurde in Einzelarbeit gegrübelt und zugeordnet.
Die Ergebnisse wurden gesammelt,aufgelistet und ausgewertet.

Nach zwei weiteren Einheiten, zog die Gruppe ein vorläufiges Fazit: "Hier und dort besteht noch ein Bedarf, noch genauer hin zuschauen und mehr Empathie zu entwickeln. Wir sind froh, das wir dort, wo das Gebärden meines Gegenübers nicht eindeutig ist, die Sprache als wichtiges Medium funktioniert um mit einander zu interagieren, sich zu arrangieren".
Am 08.07.2010 werden die Fotos, welche die Teilnehmer von sich selber gemacht haben um die eine oder andere Emotion auszudrücken nochmal kritisch begutachtet, bevor die Gruppe erneut weiter in das weite Feld der Zivilcourage eintaucht.
| Datum |
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| Total |
| Di. 07 |
| Mo. 06 |
| So. 05 |
| Sa. 04 |